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Projektmanagement-Begriffe: Glossar mit Definitionen
Portfoliomanagement, Stage-Gate, PMO, Kapazität und mehr
Klare, praxisnahe Definitionen der wichtigsten Begriffe aus Projekt-, Portfolio- und Stage-Gate-Management. Nutzen Sie die Filter oder die A–Z-Leiste, um einen Begriff zu finden. Jeder Eintrag verweist auf einen ausführlichen Leitfaden.
Das Wasserfallmodell setzt ein Projekt in aufeinanderfolgenden Phasen um, die jeweils abgeschlossen werden, bevor die nächste beginnt, mit früh festgelegtem Umfang. Agile Methoden liefern in kurzen Iterationen und passen den Umfang anhand von Feedback an. Viele Unternehmen kombinieren beides: Gate-basierte Steuerung auf Portfolioebene, agile Umsetzung in den Teams.
Änderungsmanagement im Projektmanagement ist der strukturierte Umgang mit Änderungen an Umfang, Zielen, Terminen oder Liefergegenständen eines Projekts, verbunden mit der Unterstützung der Betroffenen, diese Änderungen anzunehmen. Gut umgesetzt, verringert es Widerstände und hält Änderungen kontrolliert und dokumentiert.
Ein Business Case ist das Dokument, das ein Projekt oder eine Investition begründet. Er beschreibt Problem oder Chance, Optionen, erwartete Kosten und Nutzen, Risiken und die empfohlene Vorgehensweise. Er ist die Grundlage für die Genehmigung und die spätere Nutzenverfolgung.
Compliance im Projektmanagement bedeutet sicherzustellen, dass Prozesse, Aufzeichnungen und Ergebnisse eines Projekts geltende Gesetze, Vorschriften, Branchenstandards und interne Richtlinien erfüllen, und dies mit Nachweisen (einem Audit Trail) belegen zu können.
Demand Management ist der Prozess, alle Anträge für neue Projekte vor ihrer Genehmigung zu erfassen, zu bewerten und zu priorisieren, damit nur die am besten ausgerichteten Initiativen um Ressourcen konkurrieren.
Enterprise Project Management (EPM) bezeichnet den Einsatz gemeinsamer Prozesse, Standards und Werkzeuge, um viele Projekte unternehmensweit einheitlich zu steuern, mit zentraler Sicht auf Termine, Kosten und Ressourcen.
Enterprise-Projektportfoliomanagement (EPPM) wendet PPM auf das gesamte Unternehmen statt auf eine einzelne Abteilung an und verbindet Portfolios, Programme und Projekte verschiedener Geschäftsbereiche mit gemeinsamer Strategie, gemeinsamen Budgets und Ressourcen.
Executive Reporting gibt der Unternehmensleitung einen konsolidierten, regelmäßig aktualisierten Überblick über den Portfoliostatus (Fortschritt, Budget, Risiken und Ressourcenauslastung), damit Entscheidungen auf aktuellen, vergleichbaren Daten statt auf einzelnen Projektberichten beruhen.
Ein Gantt-Diagramm ist ein Balkendiagramm, das den Terminplan eines Projekts über die Zeit darstellt: Jede Aufgabe ist ein Balken von ihrem Start- bis zu ihrem Enddatum, mit eingezeichneten Abhängigkeiten und Meilensteinen. Es ist die gängigste Darstellung eines Projektplans.
Ein Gate-Review ist ein formaler Kontrollpunkt zwischen zwei Projektphasen, an dem Gatekeeper Fortschritt, Risiken und Business Case anhand vereinbarter Kriterien bewerten. Das Ergebnis ist eine Entscheidung: fortsetzen, überarbeiten, pausieren oder stoppen.
Ein Gatekeeper ist eine Führungskraft, die ein Projekt an einem Gate prüft und entscheidet, ob es fortgesetzt, überarbeitet oder gestoppt wird. Gatekeeper bewerten das Projekt anhand vereinbarter Kriterien und geben die Ressourcen für die nächste Phase frei.
Eine Go/Kill-Entscheidung ist die Entscheidung an einem Gate, ein Projekt weiter zu finanzieren oder zu stoppen. Schwache Projekte früh zu stoppen, setzt Budget und Personal für stärkere Projekte frei, ein zentrales Ziel der Gate-basierten Steuerung.
Innovationsmanagement ist die Disziplin, neue Ideen zu entwickeln, auszuwählen und zu Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen weiterzuentwickeln. Es umfasst die gesamte Pipeline, von der Ideenerfassung und -bewertung bis zur Priorisierung und Umsetzung.
Investitionsausgaben (CAPEX) sind Ausgaben für den Erwerb, Bau oder die Modernisierung langfristiger Vermögenswerte wie Anlagen, Maschinen oder Infrastruktur. CAPEX-Projekte erfordern in der Regel einen formalen Business Case und eine Genehmigung, bevor Mittel freigegeben werden.
Ein Investitionsprojekt ist ein Projekt, das einen langfristigen Vermögenswert schafft oder verbessert, etwa eine neue Fertigungslinie, einen Standort oder ein größeres System, und aus einem Investitionsbudget finanziert wird. Es umfasst meist stufenweise Genehmigungen und eine enge Kostenkontrolle.
Kapazitätsmanagement legt fest, wie viel Arbeit ein Unternehmen realistisch zusagen kann, bevor sie genehmigt wird. Workload-Management verteilt bereits laufende Arbeit auf Personen und Teams. Die Kapazität setzt die Grenze, das Workload-Management arbeitet innerhalb dieser Grenze.
Kapazitätsplanung stellt die Arbeit, die ein Unternehmen übernehmen will, den verfügbaren Mitarbeitenden und Kompetenzen in einem bestimmten Zeitraum gegenüber. Sie zeigt frühzeitig, wo der Bedarf die Kapazität übersteigt, damit Projekte neu priorisiert, verschoben oder besetzt werden können, bevor Engpässe entstehen.
Kostenmanagement im Projekt ist der laufende Abgleich der tatsächlichen und prognostizierten Kosten eines Projekts mit dem genehmigten Budget, damit Überschreitungen früh sichtbar werden und korrigiert werden können.
Die Methode des kritischen Pfads (Critical Path Method, CPM) ermittelt die längste Kette voneinander abhängiger Aufgaben in einem Projekt, die die kürzestmögliche Projektdauer bestimmt. Jede Verzögerung einer Aufgabe auf dem kritischen Pfad verzögert das gesamte Projekt.
Ein Lenkungsausschuss ist ein Gremium aus Führungskräften, das einem Projekt oder Programm die strategische Richtung gibt, wichtige Entscheidungen trifft und eskalierte Probleme löst. Er tagt in festen Abständen und hält die Projektleitung für die Umsetzung verantwortlich.
Die Markteinführung ist die letzte Phase der Neuproduktentwicklung, in der ein Produkt mit abgestimmten Marketing-, Vertriebs-, Liefer- und Supportaktivitäten auf den Markt gebracht wird. Ein Post-Launch-Review vergleicht anschließend die Ergebnisse mit dem Business Case.
Ein Meilenstein ist ein wichtiger Punkt oder ein wichtiges Ereignis im Terminplan eines Projekts, etwa ein fertiger Liefergegenstand, eine Freigabe oder ein Phasenende. Er hat keine Dauer und dient dazu, den Fortschritt zu verfolgen und wichtige Termine zu kommunizieren.
Die Neuproduktentwicklung (NPD) ist der gesamte Prozess, der eine Idee in ein marktreifes Produkt verwandelt, von der Ideenfindung und dem Business Case über Entwicklung und Tests bis zur Markteinführung. Viele Unternehmen steuern NPD mit einem Gate-basierten Prozess, um Risiken und Investitionen zu kontrollieren.
Portfolio-Governance ist das Zusammenspiel von Rollen, Regeln und Entscheidungsgremien, das festlegt, welche Projekte gestartet, fortgeführt oder gestoppt werden. Sie bestimmt, wer entscheidet, nach welchen Kriterien und wie oft.
Ein Project Management Office (PMO) ist ein Team, das Projektstandards festlegt, Projektleiter unterstützt und projektübergreifend für Aufsicht und Reporting sorgt. PMOs reichen von unterstützend (Vorlagen, Coaching) bis steuernd (direkte Projektleitung).
Ein Projekt-Workflow ist die festgelegte Abfolge von Schritten, Freigaben und Übergaben, die eine Aufgabe, ein Dokument oder ein Antrag durchläuft, etwa Prüfung, Freigabe und Veröffentlichung. Standardisierte Workflows machen Arbeit wiederholbar und nachvollziehbar.
Die Projektphasen bilden den Lebenszyklus eines Projekts vom Start bis zum Abschluss, meist Initiierung, Planung, Durchführung, Überwachung und Steuerung sowie Abschluss. Gate-basierte Prozesse fügen formale Entscheidungspunkte zwischen den Phasen ein.
Der Projektplan ist das genehmigte Dokument oder Modell, das festlegt, wie ein Projekt umgesetzt wird: Umfang, Terminplan, Budget, Ressourcen, Risiken, Kommunikation und Governance. Er ist die Basis, an der der Fortschritt gemessen wird.
Projektportfoliomanagement (PPM) bedeutet, eine Gesamtheit von Projekten als ein Portfolio auszuwählen, zu priorisieren und zu steuern, damit begrenztes Budget und Personal in die Vorhaben fließen, die die Strategie am besten unterstützen. Es umfasst Projektanträge, Priorisierung, Kapazität, Finanzcontrolling und Portfolio-Reporting.
Der Projektstrukturplan (PSP, englisch WBS) ist eine hierarchische Gliederung des gesamten Projektumfangs in kleinere, überschaubare Liefergegenstände und Arbeitspakete. Er ist die Grundlage für Schätzung, Terminplanung und Zuweisung der Arbeit.
Der Projektumfang (Scope) ist die vereinbarte Abgrenzung eines Projekts: die Liefergegenstände, Funktionen und Arbeiten, die es umfasst, und ebenso wichtig, was es nicht umfasst. Ein klarer Umfang ist der wichtigste Schutz gegen unkontrolliertes Wachstum der Arbeit, das sogenannte Scope Creep.
Eine RACI-Matrix ist eine Tabelle, die jede Aufgabe oder Entscheidung Personen zuordnet als Responsible (durchführend), Accountable (verantwortlich), Consulted (konsultiert) oder Informed (informiert). Sie klärt Rollen und vermeidet Lücken und Doppelarbeit.
Ressourcenmanagement ist die Planung, Terminierung und Zuteilung von Personal, Kompetenzen, Ausstattung und Budget über Projekte hinweg, damit die richtigen Ressourcen verfügbar sind, wenn sie gebraucht werden, und niemand über- oder unterlastet ist.
Ressourcenzuteilung ist die Zuordnung bestimmter Personen oder anderer Ressourcen zu bestimmten Aufgaben oder Projekten für einen festgelegten Zeitraum. Sie macht aus einem Kapazitätsplan konkrete Zuweisungen.
Der Return on Investment (ROI) misst den Gewinn einer Investition im Verhältnis zu ihren Kosten, meist in Prozent: (Nutzen − Kosten) ÷ Kosten. Er dient dazu, Projekte zu vergleichen und zu prüfen, ob eine Investition gehalten hat, was ihr Business Case versprach.
Risikomanagement im Projekt ist der Prozess, unsichere Ereignisse, die die Projektziele beeinträchtigen könnten, zu identifizieren, zu bewerten, zu priorisieren und zu behandeln, und sie während des gesamten Projekts zu überwachen.
Der Stage-Gate®-Prozess ist eine Methode, mit der ein Projekt, meist ein neues Produkt, von der Idee bis zur Markteinführung über eine Abfolge von Phasen geführt wird, die durch Entscheidungspunkte, sogenannte Gates, getrennt sind. An jedem Gate prüfen Entscheider die Ergebnisse und entscheiden, ob weiter investiert wird. Das Modell wurde von Robert G. Cooper entwickelt.
Stage-Gate-Software ist ein Werkzeug, das einen Gate-basierten Projektprozess unterstützt: Es definiert Phasen und Gates, sammelt Liefergegenstände, leitet Gate-Reviews an die Entscheider weiter und dokumentiert Entscheidungen. Es ersetzt manuell erstellte Gate-Unterlagen in Dokumenten und Tabellen.
Ein Stakeholder ist jede Person oder Gruppe, die von einem Projekt betroffen ist oder es beeinflussen kann, etwa Auftraggeber, Anwender, Teammitglieder, Kunden oder Behörden. Stakeholder früh zu identifizieren und einzubinden, verringert Widerstände und Überraschungen.
Strategisches Portfoliomanagement (SPM) erweitert das Portfoliomanagement nach oben: Es richtet alle Investitionen (Projekte, Produkte und Initiativen) laufend an den strategischen Zielen aus und gleicht sie neu aus, wenn sich Prioritäten ändern.
Terminplanung im Projekt bedeutet, Aufgaben in eine Reihenfolge zu bringen, ihre Dauer zu schätzen, Abhängigkeiten festzulegen und Termine zuzuweisen, sodass ein Zeitplan entsteht, der zeigt, wann welche Arbeit stattfindet.
Workload-Management ist das laufende Ausbalancieren bereits begonnener Arbeit zwischen Personen und Teams, damit der Aufwand realistisch verteilt ist und Termine haltbar bleiben. Es kann Arbeit umverteilen, aber nicht reduzieren, was bereits zugesagt wurde.